Echo of Silence

echo.jpgKotoba no nai fuyu, Drama, Japan, 2008

Es ist Winter in Hokkaido. Fusako teilt mit ihrem 50-jährigen Vater die Wohnung. Sie führen ein einfaches Leben. Er ist Apotheker, sie widmet sich zumeist ihren Pferden etwas außerhalb des Dorfs. Es geht ihnen gut. Die Tage vergehen. Eine Tages kommt die Schwester auf Besuch und Fusako begegnet fast zeitgleich einem jungen Mann -Wataru, irgendwo bei einer einsamen Bushaltestelle. Es friert. Die Beiden kommen sich in den darauffolgenden Tagen stetig näher. Ein scheinbarer unsichtbares Band knüpft sich zwischen dem stummen Wataru und der lebensfrohen Fusako. Als dann eines Tages Fusako bei einem Ausritt mit eines ihrer Pferde von dem selbigen fällt und ihr Gedächtnis verliert, verliert sie viel mehr als ihr eigentlich lieb ist. Der neu gewonnen Partner ist vergessen, das Band zerrissen. 


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Ich mag Winter nicht. Ich kann Schnee nicht ausstehen. Er ist kalt, nass und kommt meistens von oben. Auch mit Apres-Ski habe ich es weniger. Was ich hingegen mag sind einfache Filme die sich Schnee eines dramaturgischen Mittels betätigen (z.B: Somai Shinjis Kaza Hana). Die visuelle Kälte übt in ihrer formalen, als auch stilistischen Schlichtheit oftmals einen starken inhaltlichen Druck auf das Geschehen und die bebilderten Figuren aus. Ebenfalls der Fall in „Echo of Silence“. Ein schlichter und sensibler Bilderwald entblättert sich vor des Zusehers Augen und neben der langsam fortbewegenden Geschichte bestimmt er den Großteil der kargen Handlung. In sensiblen Bildfolgen wird man Zeuge einer langsam entstehenden Beziehung. Zärtlich und unschuldig. Watabe Atsuro versteht es mit seiner unruhigen Kamera, der nur spärlich eingesetztem Hintergrundbeschallung und der starken Figuren, eine reife und in sich geschlossene Geschichte zu erzählen. Frei von jeglichem falschen Pathos, Überzeichnung und unglaubwürdiger Gefühlsduselei. „Echo of Silence“ ist ein erwachsener Spielfilm, mit reifen Charakteren, einem gefühlsechtem Drehbuch und starken Darbietungen.

Trotz der Tatsache, dass der Film oftmals wie aus der Hüfte aus geschossen aussieht, so ist er definitiv einer der Überraschungen des diesjährigen Toyko Filmfestivals bzw. des Tokyo Filmex. Endlich wieder einmal ein Film der keine verpasste Chance ist. Hut ab. Ich liebe ihn.

 

Stefan Nutz

 

 

 

 


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