Female (フィーメイル)

Fimeiru; フィーメイル, Japan, 2005 female.jpg

Regie: Tetsuo Shinohara, Ryuichi Hiroki, Suzuki Matsuo, Miwa Nishikawa, Shinya Tsukamoto
Darsteller: Mitsuko Ishii, Hairi Katagiri, Naoyuki Morita, Kyoko Hasegawa, Hiroyuki Ikeuchi, Eri Nomura

Female” knüpft an den Erfolg der Kurzfilmkompilationen “Jam Films” an und präsentiert fünf Kurzgeschichten von unterschiedlichen Regisseuren. Hinter der Kamera standen zwar ausschliesslich Männer, darunter so prominente Namen wie Shinya Tsukamoto, doch die Vorlage stammt jeweils von japanischen Autorinnen. Eingeleitet wird der Film von einer erotischen Tanzperformance, die nach etwa drei Minuten der ersten Geschichte weicht

Peaches / Momo
Regie: Tetsuo Shinohara
Darsteller: Kyoko Hasegawa, Hiroyuki Ikeuchi, Eri Nomura
Die hübsche Kyoko Hasegawa (Love Never to End) spielt eine verführerische junge Frau, die eine Affäre mit einem verheirateten Pfirsichbauern wieder aufflammen lässt. Nebenbei erinnert sie sich dadurch an ihre erste erotische Begegnung, die sie mit 14 mit ihrem Lehrer hatte. Regisseur Tetsuo Shinohara (Karaoke Terror) erzählt hier nach der Vorlage von Kaoruko Himeno keine packende oder dramaturgisch mitreissende Geschichte, stattdessen baut er ganz auf Erotik und Atmosphäre. Das gelingt ihm dank der attraktiven Darstellern sowie der Sexualisierung der süssen Frucht über weite Strecken ansprechend, wenn auch unspektakulär.

DRIVE TILL YOU SEE THE SUN / TAIYO NO MIERU BASHO MADE
Regie: Ryuichi Hiroki

Darsteller: Mitsuko Ishii, Hairi Katagiri, Naoyuki Morita
Der frühere Schmuddelfilmer Ryuichi Hiroki pfercht hier drei ganz unterschiedliche Frauen in ein Taxi: die reife Hostess Machiko (Mitsuko Ishii), die burschikose Taxifahrerin und eine jugendliche Diebin, die mit einem grossen Messer die Kontrolle über den Wagen übernimmt. Daraus entwickelt sich eine meist skurrile, oft aber auch hysterische und öde Geschichte, die sich primär auf die Dialoge der drei Frauen stützt. Einige kuriose Einfälle inklusive. Echtes Potential ergibt sich aus dem Setup indes nie.

LICKING NIGHTS / YORU NO SHITASAKI
Regie: Suzuki Matsuo

Darsteller: Saki Takaoka, Koen Kondo
Nach einer Story von Kei Yuikawa (Kirei) inszenierte der Schauspieler und Regisseur Suzuki Matsuo (Welcome to the Quiet Room) eine stilisierte, erotische und witzige Geschichte: Die gelangweilte Fabrikarbeiterin Masako (Saki Takaoka) träumt von ihrem attraktiven Mitarbeiter (Koen Kondo). Um wenigstens in ihren Gedanken mit ihm vereint zu sein, genügt ein einziges Haar von ihm. Matsuo verkünstelt die Sache, indem er Masakos öden Job blau einfärbt, die erotischen Träume rötlich und die Südseeszenen schwarzweiss. Die hübsche Takaoka legt sich voll ins Zeug und zeigt ganzen Körpereinsatz, zum Schluss hin macht die Farbgebung auch fast Sinn. Eine kurzweilige, knackige Episode.

HEELS OF THE MUSE / MEGAMI NO KAKATO
Regie: Miwa Nishikawa

Darsteller: Naoyuki Morita, Nene Otsuka
Regisseur Miwa Nishikawa (”Sway”) und Autorin Asa Nonami erzählen vom Schüler Shingo (Naoyuki Morita), der sich Hals über Kopf in die Mutter (Nene Otsuka) seiner besten Freundin verknallt. Das ist nie schlüpfrig, sondern auf sensible Art knisternd und fast schon unschuldig. Der junge Naoyuki Morita (Tetsujin 28) harmoniert bestens mit der dreimal so alten Nene Otsuka und diese vorletzte Episode entwickelt daraus eine ebenso süssliche wie sentimentale Stimmung. Eines der Highlights der Sammlung, wenngleich man vielleicht am Ende noch etwas mehr hätte herausholen müssen.

JEWEL BEETLE / TAMAMUSHI
Regie: Shinya Tsukamoto
Darsteller: Eri Ishida, Ryo Kase, Kaoru Kobayashi
Die letzte und längste Episode bleibt dem Schock-Meister Shinya Tsukamoto vorbehalten, der hier eine seiner zurückhaltendsten Arbeiten abliefert. Die Story um eine Frau (Eri Ishida), die von ihrem alten Lover (Kaoru Kobayashi) an einen Jüngeren (Ryo Kase) weitergegeben werden soll, birgt zwar für den Regisseur typisch schräge Elemente, entfaltet sich aber ziemlich konventionell - visuell wie inhaltlich. Ein paar interessante Ansätze stecken drin, doch von einem Tsukamoto erwartet man schon etwas mehr. Damit wird “Jewel Beetle” zum soliden, aber wenig prickelnden Abschluss eines ebensolchen Quintetts: “Female” ist ein ganz netter erotischer Zeitvertreib ohne höhere Ansprüche oder Ambitionen. Man kann zwei Stunden aber auch dümmer totschlagen.

Marco


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Kommentare

[…] versprechen Besserung. Diesmal gibt es eine Kritik zu einem japanischen Omnibusfilm namens “Female“. Namhafte japanische Regisseure wie etwa: Hiroki Ryuichi oder aber auch Tsukamoto Shinya […]