The Two in Tracksuits
Jaji no futari, ジャージの二人 , Japan, 2008
Nakamura Yoshihiro ist kein ganz Unbekannter. Als Drehbuchschreiber hat er schon die Zeilen zu Sai Yoichis grandioser Tragikkomödie „Doing Time“ verfasst aber auch zu Nakata Hideos „Last Scene“ und den eher als unterdurchschnittlichen „Quill“. Als Regisseur drehte Nakamura bereits 12 Mal. Sein bekanntester Film dürfte wohl das von Toho produzierte Medizinspektakel „The Glorious Team Batista“ sein. Ein eher durchschnittlicher, wenn aber auch unterhaltender Thriller rund um ein Mediziner-Team – übrigends eine Roman-Adaption von Kaido Takeru.
Sheen & The Rokkets Gitarist Ayukawa Makoto spielt einen Mitte 50-jähringen Vater der zusammen mit seinem Sohn, gut verkörpter durch Sakai Masato (Honey & Clover), sich den Sommer über in ihre Bergvilla nach Karuizawa zurückziehen. Das Leben dort ist für beide Tokyoter ein ganz ein anderes. Die Besinnlichkeit, die Stille, die Ruhe der Natur und einem Haufen Wildschweine sind sie umgeben und leben so in den Tag rein. Der Vater (namenlos) spielt alte Atari-Computerspiele, der Sohn versucht sich an einem Tomatenrezept, das ihm einfach nicht gelingen will und dazwischen werden die eher sinnbefreiten Handlungen immer wieder von alten Problemen durchbrochen, die die beiden zurück in Tokyo gelassen haben. In ihren bunten Trainingsanzügen, den sie wie einen Schutzmantel vor der restlichen Umwelt überziehen, sitzen die Beiden in ihrer heruntergekommenen Villa im Wald und träumen so vor sich hin. Nur hin und wieder kommt ihre exzentrische Nachbarin, gespielt von Mizuno Miki vorbei und unterhält sich mit den zwei – wobei sie aber niemals das Haus betritt. Warum? Das bleibt bis zum Schluss des Filmes offen.
„Die Beiden im Trainigsanzug“ ist ein lakonischer und subtiler Film der in manchen Aspekten sehr japanisch wirkt. Langsam ist der Aufbau, der Höhepunkt eher ein Mittelpunkt und die Handlung plättschert so vor sich hin. Ein nicht ganz schlüssiges Drehbuch aber durchwegs frisch und anders. Ich mag derartige Charaktere und vor allem den zaghaften Aufbau und langsamen Ausklang. Durchaus lässt sich der Humor und die Struktur von „The Two in Tracksuits“ mit Yamashita Nobuhiros Werken vergleichen. Dabei wären zu nennen: „Hazy Life“, „No One’s Ark“ und „The Matsugane Potshot Affair“. Sofern einem einer derjenigen vertraut ist, kann man sich ungefähr ausmalen was einen in Nakamura Yoshihiros Film erwartet. Von einem Meisterstück ist hier nicht die Rede aber von einer gezielt gut orientierten Groteske mit ernsten aber auch humoristischen Bausteinen.
Stefan Nutz



[…] in der japanischen Filmwelt - und das ist auch berechtig so. Sein neuester Filmstreich, “The Two in Tracksuits” (ジャージの二人) ist ein eine leichte Komödie mit lakonischem Charakter und […]